Kurz vor dem Reformer Flohmarkt Ende September hatten GWA und Bürgerverein Reform einen „Brandbrief“ mit der Forderung nach einer ganzheitlichen Lösung des Rattenproblems auf der Kosmos-Promenade veröffentlicht. Daraufhin eilte der zuständige Beigeordnete Dr. Gottschalk nach Reform und sicherte ein Pilotprojekt für Reform zu. Es soll noch im Herbst 2025 starten.
Seit Jahren gehören Ratten zum Erscheinungsbild der Kosmos-Promenade in Reform. Bisher gibt es von Seiten der Stadt als Reaktion nur die gebetsmühlenartige Antwort: Wo Menschen Abfall hinterließen, seien nunmal auch stets Ratten zu finden. Dass die Reformerinnen und Reformer nicht bereit sind, sich damit abzufinden zeigten jüngst erst die Ergebnisse der Stadtteilumfrage der AG Gemeinwesenarbeit, in der die Rattenplage zu den meistgenannten Ärgernissen im Stadtteil gehörte. Jens-Uwe Jahns, Vorsitzender des Bürgervereins Reform, sieht die Promenade inzwischen sogar als Veranstaltungsort gefährdet: „Hier finden regelmäßig Märkte und auch unser Straßenmusikfestival statt - da geht es nicht an, dass den Besuchern die Ratten um die Beine flitzen“.
Die Ursachen des Rattenproblems sind ohne Zweifel vielfältig. Mathias Luther vom Sprecherkreis der AG Gemeinwesenarbeit (GWA): „Wir haben den Eindruck, dass das Problem innerhalb der Verwaltung von Schreibtisch zu Schreibtisch geschoben wird. Jeder tut ein bisschen was, aber das Problem bleibt bestehen“.
Die GWA und der Bürgerverein fordern von der Stadt eine abgestimmte Lösung, bei der Stadtgarten- und Abfallwirtschaftsbetrieb mit den ansässigen Händlern und Gewerbetreibenden sowie Veranstaltern wie dem Bürgerverein Reform gemeinsam wirksame Maßnahmen verabreden, um die Kosmos-Promenade endlich dauerhaft unattraktiv für die umtriebigen Nager zu machen.
Zu den Forderungen gehören u.a. das Aufstellen von Hinweisschildern auf Grünflächen mit der Aufforderung, keine Speisereste, Verpackungen und sonstigen Müll zu hinterlassen. Ebenso fordern die Reformer eine Verkürzung der Entleerungszyklen aller Abfallbehälter auf wöchentlich (aktuell 14tägig), die Bereitstellung von Abfallbehältern, die das tatsächliche Abfallaufkommen auch aufnehmen können, die Entfernung des Altkleidercontainers am Eingang Tedi-Parkplatz, einen Grundbeschnitt der Grünanlagen und zusätzliche Abfallbehälter.
Bei seinem Besuch am 23. September versprach der Beigeordnete ein „konzertiertes Pilotprojekt“ in Reform. Das Rattenproblem verschärfe sich überall im Stadtgebiet, da das von der EU zugelassene Rattengift nur noch eingeschränkte Wirkung zeige: „Aber wir müssen da jetzt ran.“
