50 Jahre Neu-Reform. Dieses Jubiläum war dem Bürgerverein Reform Anlass für ein Filmprojekt, in dem alle Generationen ihre ganz individuellen Geschichten über ihren Stadtteil erzählen. So berichten jene, die im Sommer 1972 die ersten Bewohner im Stadtteil waren, über ihre meist überschwängliche Freude, endlich den Schlüssel für eine eigene Neubauwohnung bekommen zu haben. Sie erinnern sich u.a. an schlammige Hauseingänge, Bretterwege zum Bus und von Abenteuerspielplätzen für ihre Kinder auf der Großbaustelle. Sie berichten aber auch von besonderen Abenden im „Kosmos“-Restaurant oder in der Milchbar, von fröhlichen Stunden im Hausklub und mit der Hausgemeinschaft, vom ersten Wohngebietsfest 1978 und vom Stolz, zu den wenigen zu gehören, die nach Jahren des Wartens eine Neubauwohnung bekommen hatten. Viele wissen noch, dass in ganz Magdeburg bekannt war, dass Neu-Reformer Wohnungen im Winter stets besonders warm waren - die Temperaturen regelte man hier nicht mit dem Thermostat sondern mit dem Fenster.
Doch der Film erzählt nicht nur die seltsamen Geschichten der „Alten“, sondern hat auch den Blick der jungen Generation im Visier. Drei Klassen der August-Wilhelm-Francke-Schule stellten ihre Kreativität, ihren Erfindungsreichtum und ihr erfreuliches Engagement unter Beweis. Die Lehrer Denise Stange, Sascha Pooch und Paul Karau hatten dazu ihre Schüler großartig motiviert. Zunächst trug man zusammen, wo Neu-Reform heute besonders spannend, interessant, lebenswert und sexy ist. Dann ging es mit dem eigenen Handy auf Entdeckungstour. Die eingefangenen Bilder sind so spannend und aufregend, dass sie den Zuschauer fesseln - ganz gleich, welcher Altersgruppe. Zugleich zeigt der Film, was das Viertel heute zu bieten hat: Sanierte Wohnungen, eine attraktive Promenade, einen bunten Handelsmix und junge Leute, die für Furore sorgen. Fußballerinnen, die heute Nationalspielerinnen oder Hip-Hopper, die bei Deutschen Meisterschaften regelmäßig erfolgreich sind. Viele der Tänzerinnen aus der Tanzschule DanceComplex (Foto vor der Graffitiwand im Hektorweg) leben in Reform oder besuchen hier die Schule.
Der Film wird ergänzt durch herzerwärmende Aussagen von Unternehmern, Vermietern, Geschäftsleuten, Passanten, Sozialarbeitern, Bibliothekaren und engagierten Reformern. Entstanden ist ein eindrucksvoller Querschnitt der Menschen, die Neu-Reform bis heute prägen und die Magdeburgs erstes komplexes Neubaugebiet nicht nur ihr Zuhause nennen, sondern hier auch nicht weg wollen.
Uraufführung am 26. November
Am Sonnabend, 26. November, wird der Film in einem extra zum besonderen Anlass aufgebauten Kino-Wagen auf dem Parkplatz von Edeka Kudwin Premiere feiern. Von 16 bis 21 Uhr beginnt zu jeder vollen Stunde eine Aufführung. Da die Plätze begrenzt sind, werden ab 16 Uhr Tickets am Kino ausgegeben. Sie sind gratis und gelten für ein bestimmtes Zeitfenster.
Der Film wurde in akribischer Detailarbeit ein halbes Jahr lang von KompaktMEDIA produziert. Dank der Unterstützung von Wobau, MWG-Wohnungsgenossenschaft, Edeka-Kudwin, REWE Brand, Sükrü Aydogan (Kosmos-Apotheke) und der Werbegemeinschaft Bördepark konnte er finanziert werden.
